Durch die Jahrhunderte
Die Anfänge der Pfarre Slovenska Bistrica reichen in die Zeit der verstärkten mittelalterlichen Kolonisation und des Ausbaus der kirchlichen Organisation zwischen dem Pohorje und dem Draufeld zurück. Ursprünglich war sie Teil der weiträumigen Mutterpfarre Slivnica, aus der sie noch vor 1249 als Vikariat herausgelöst wurde — in jenem Jahr wurde die Pfarre Slivnica dem Dominikanerinnenkloster in Studenice inkorporiert. Bereits in der Urkunde von 1249 wird unter ihren Vikariaten auch Slovenska Bistrica genannt, wo spätestens in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts eine Kirche des hl. Bartholomäus stand.
Die Entwicklung der Kirche war eng mit der Entstehung und dem Wachstum des Marktes und späteren Stadt Slovenska Bistrica verbunden, die in den Quellen erstmals 1227 erwähnt wird. Die günstige Verkehrslage und die wirtschaftliche Blüte der Region trugen zum raschen Aufstieg der Siedlung und zur Bedeutung der Kirche des hl. Bartholomäus bei. Bereits 1252 wird in den Quellen der Bistricaer Pfarrer Henrik (Henricus de Vistriz) genannt — ein Hinweis darauf, dass die Kirche bis dahin zum Sitz eines bedeutenden Vikariats bzw. einer jungen Pfarre geworden war. In der zweiten Hälfte des 13. oder zu Beginn des 14. Jahrhunderts wuchs das Vikariat zur eigenständigen Pfarre heran.
Die Pfarre gehörte ursprünglich zum Patriarchat Aquileia; nach dessen Aufhebung 1751 kam sie zur Erzdiözese Görz und ab 1787 zur Lavanter Diözese, deren Sitz 1859 nach Maribor verlegt wurde. Heute gehört sie zur Erzdiözese Maribor.
Im 17. und 18. Jahrhundert wirkten in der Pfarre die Minoriten, die der Bistricaer Stadtrat 1629 bei der Kirche der Schmerzhaften Muttergottes ansiedelte. Das Minoritenkloster prägte das religiöse, kulturelle und gesundheitliche Leben der Stadt nachhaltig — bis zu seiner Aufhebung 1786 im Zuge der josephinischen Reformen.
Einen besonderen Platz in der Geschichte der Pfarre nehmen die Franziskanerinnen von der Unbefleckten Empfängnis ein, die 1923 nach Slovenska Bistrica kamen und Räume im ehemaligen Minoritenkloster erhielten. 1928 gründeten sie die jugoslawische Provinz; seit 1929 hat deren Sitz seinen Ort in Slovenska Bistrica. Zwischen den beiden Weltkriegen führten sie ein Waisenhaus für rund siebzig Kinder und leisteten einen wesentlichen Beitrag zur sozialen und erzieherischen Arbeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie aus den öffentlichen Einrichtungen vertrieben, bewahrten jedoch die Gemeinschaft. 1970 errichteten sie in Slovenska Bistrica ein Ordenshaus, in dem heute der Sitz des slowenischen Vikariats ist; die Gemeinschaft bleibt tief im pastoralen Leben der Stadt verwurzelt.