Župnija Slovenska Bistrica

Pfarrkirche

Pfarrkirche des hl. Apostels Bartholomäus

Geschichte und Ausstattung

Die Kirche, ursprünglich Filialkirche der großen Pfarre Slivnica, stand an dieser Stelle spätestens in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Der im Kern romanische Bau mit Chor- bzw. Ostturm wurde in den folgenden Jahrhunderten mehrfach umgebaut und erweitert. Den tiefsten Stempel hinterließ die Barockzeit. Unter Pfarrer Jožef Gašper Zamlika, der hier zwischen 1710 und 1750 wirkte, begann eine umfassende Erneuerung. Bis 1722 wurde dem Langhaus im Westen ein großes Presbyterium angefügt, wodurch sich die Orientierung der Kirche umkehrte. Es folgte der Umbau des Langhauses, das sich durch eine außergewöhnliche Geräumigkeit mit zwei Reihen flacher Kapellen und darüberliegenden Emporen auszeichnet. Die so erneuerte Kirche mit sieben Altären wurde 1730 geweiht.

In den folgenden Jahren wurde der Kirche an der Südseite eine reich gegliederte Kapelle des hl. Franz Xaver angebaut, deren Architektur Jožef Hoffer (um 1700–1762) zugeschrieben wird. Im Barock wurde auch die nördliche spätgotische Rosenkranzkapelle neu eingewölbt; sie ist neben den Resten eines gotisch-renaissancezeitlichen Christophorus-Freskos an der südlichen Außenwand des Langhauses der einzige sichtbare Rest der alten Kirche.

Ihr endgültiges Aussehen erhielt die Kirche 1904, als der gegen Ende des 19. Jahrhunderts neu errichtete Glockenturm nach Plänen eines der führenden steirischen Architekten des Späthistorismus, Hans Pascher (1858–1942), eine neorenaissancistische Fassade erhielt. Der Innenraum ist reich ausgestattet; Presbyterium und beide Kapellen schmücken barocke Wandmalereien. Die ältesten sind die Fresken am Gewölbe und an der Stirnwand des Presbyteriums, gemalt in den Jahren 1722 und 1723. Neben dem Kirchenpatron sind die Hinrichtungen des hl. Jakobus und des hl. Paulus sowie Personifikationen der vier Kardinaltugenden dargestellt; der an die Wand gemalte ehemalige Hochaltar mit dem Martyrium des hl. Bartholomäus in der Mitte ist vom jüngeren Altaraufbau vollständig verdeckt.

Die Ausmalung der Kapelle des hl. Franz Xaver, die sich auf Leben, Missionstätigkeit und Verherrlichung dieses jesuitischen Heiligen bezieht, signierte 1738 an der Ostwand der etablierte Grazer Maler Filip Karl Laubmann (1703–1792). In dieser Zeit malte Laubmann auch bei den Dominikanerinnen in Studenice.

Die jüngste barocke Ausmalung befindet sich in der nördlichen Kapelle der Rosenkranzmutter. Die Szenen zu diesem Thema malte in den 1760er Jahren der Freskant Anton Jožef Lerchinger (um 1720 – nach 1787).

Die Kirche zeichnet sich besonders durch ihre reiche barocke Ausstattung aus. In den 1760er, 1770er und 1780er Jahren wurde sie nahezu vollständig vom hochwertigsten unterstreirischen Bildhauer dieser Zeit, Jožef Holzinger (1735–1797), ausgestattet. Zu seinen Werken zählen u. a. der Hochaltar des hl. Bartholomäus, die Altäre der hll. Sebastian, Johannes von Nepomuk und der Rosenkranzmutter, das Tabernakel des an die Wand gemalten Altars des hl. Franz Xaver sowie die Kanzel. Am bedeutendsten ist der klassizistische Hochaltar von 1787 mit dem monumentalen Bartholomäus-Gemälde, das 1782 der österreichische Maler Martin Johann Schmidt (1718–1801), bekannt als Kremser-Schmidt, schuf. Erwähnenswert ist auch die Orgel von 1715, ein Werk des Grazer Orgelbauers Andreas Schwarz († 1734), die 1782 sein Enkel Franz Xaver Schwarz (um 1743–1810) erweiterte.

Aufgrund ihrer Architektur, der Malereien und der Ausstattung ist die Pfarrkirche des hl. Bartholomäus, des Märtyrers — dessen Fest am 24. August begangen wird — ein herausragendes Denkmal des steirischen Barocks und eines der bedeutendsten Sakraldenkmäler dieser Gegend.

Anmerkungen

  1. Text: Simona Kostanjšek Brglez, Kunstgeschichtliches Institut France Stele ZRC SAZU, 2019.
  2. Der Text entstand im Rahmen des Projekts Kunst für den Tourismus. Kunsthistorische Inhalte als Grundlage für die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus in Ostslowenien, kofinanziert vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Sport der Republik Slowenien und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, sowie im Rahmen des Forschungsprogramms Slowenische Kunstidentität im europäischen Rahmen (P6-0061), aus dem Staatshaushalt kofinanziert von der Öffentlichen Forschungsagentur der Republik Slowenien.

Galerie

  • Innenraum des Langhauses

  • Blick in den Innenraum

  • Klassizistischer Hochaltar von Jožef Holzinger

  • Kapelle des hl. Franz Xaver mit Fresken von Filip Karl Laubmann (1738)

  • Rosenkranzkapelle mit Fresken von Anton Jožef Lerchinger